Gesetzlicher Auftrag

Kindertagespflege bedeutet eine familiäre Betreuung der Kinder durch eine qualifizierte Kindertagespflegeperson. Nach §43 SGB VIII benötigt die Kindertagespflegeperson dazu eine Pflegeerlaubnis, die vom örtlichen Jugendamt erteilt wird. Um diese Erlaubnis zu erhalten, ist für die Kindertagespflegeperson eine QHB Qualifizierung nötig. Kindertagespflege betrifft meist Kinder unter 3 Jahren und findet entweder zu Hause bei der Kindertagespflegeperson statt, oder in einer dafür vorgesehenen Räumlichkeit. Bevor zu Hause oder in den Räumlichkeiten eine Betreuung statt finden kann, wird dies vom Jugendamt abgenommen.

Findet die Kindertagespflege in einer größeren Gruppe statt, spricht man von einer Großtagespflege. In unserem Fall sind dies 2 Kindertagespflegepersonen mit bis zu 9 Kindern. Das heißt, eine Kindertagespflegeperson hat 5 Kinder vertraglich sowie pädagogisch zugeordnet, die andere Person 4 Kinder. Vorteil in der Kindertagespflege ist, dass man das Kind in einer kleineren Gruppe betreut, sodass man viel mehr auf das Kind als Individuum eingehen kann und das Kind so schnell Vertrauen fassen kann. Aber auch für uns als Kindertagespflegepersonen, ist es einfacher eine intensive Bindung zu jedem einzelnen Kind aufzubauen.

In dieser Form der Betreuung kann man mit den Kindern einen gewissen Alltag nachgehen, wie z.B. einkaufen gehen oder Freizeitangebote wahrnehmen. Die Kinder werden so optimal auf den Kindergarten vorbereitet, indem sie diesen Alltag in einer kleinen Gruppe erleben mit Kindern in ihrem Alter. Sie lernen hier aber auch Bindungen zu anderen Kindern und den Tagespflegepersonen aufzubauen.

Das Kinderbildungsgesetz (KiBiz) als Landesgesetz regelt die Grundlagen und die Finanzierung der Kindertagesbetreuung, sowie die Rahmenbedingungen für die frühkindliche Bildung in Nordrhein-Westfalen.

Unsere Räumlichkeiten

Die Großtagespflege befindet sich in der Alten Rathausstraße 4b in 47506 Neukirchen-Vluyn.

Die Räumlichkeit liegt mitten im Zentrum von Neukirchen. In der näheren Umgebung befinden sich mehrere Spielplätze, Waldgebiete, Bauernhöfe und Einkaufsmöglichkeiten. Auch das verkehrsberuhigte „Dorf“ befindet sich in unmittelbarer Nähe, wo schöne Spaziergänge möglich sind. Die Räumlichkeit selber befindet sich im Erdgeschoss einer Stadtrandvilla im Altbaustil. Hinter dem Haus befindet sich ein Garten, der von außen nicht einsehbar und komplett eingezäunt ist. Dieser Garten steht den Kindern zur vollen Nutzung zur Verfügung. Die Räumlichkeit ist kindersicher, sowie hell und überschaubar eingerichtet. Beim Betreten der Räumlichkeit erreicht man direkt die Garderobe mit kleinen Bänken und kleinen Kisten passend für bis zu 9 Kindern. Dort dürfen die Rücksäcke und in die Kisten, die Wechselkleidung und Jacken, Schuhe/Gummistiefel abgelegt werden. Jedes Kind hat dafür seinen eigenen Harken, der mit dem Foto des Kindes versehen ist. Auf den Kisten ist für jedes Kind sein zugeteiltes Symbol. Das jedes Kind sein eigenes Symbol hat, dient dazu eine Bindung zur Tagespflege zu schaffen. Die Kinder kennen bereits nach kurzer Zeit „ihr Symbol“ und somit auch ihre persönlichen Sachen. Das wiederum schafft Sicherheit und Selbständigkeit. An der Garderobe findet auch nach der Eingewöhnung die Verabschiedung der Eltern statt. Vom Eingang aus rechts gelangt man in unsere Küche. In der Küche befindet sich eine kleine Sitzgruppe für die Kinder, wieder passend für 9 Kinder. Bei Bedarf werden wir auch Hochstühle benutzen. Danach erreicht man auf der linken Seite den großen mit Dielenboden und hohen Decken ausgestatteten Spielraum. Hier haben die Kinder die Möglichkeit Bücher anzuschauen, mit der Kinderküche, dem Einkaufsladen oder den Schaukeltieren zu spielen. Auch der Marktstand und ein Spielhaus laden zum Rollenspiel ein. In dem großzügigen Spielraum lässt sich das Freispiel gut integrieren. Weitere Spielsachen sind in Kisten sortiert, sodass auch das Aufräumen geübt werden kann.

Ein kleiner Tisch zum Basteln und Malen ist ebenfalls vorhanden. Dieser Ort ist der Mittelpunkt für kreative Projekte und lässt sich immer gut mit den Jahreszeiten oder den Feiertagen verbinden. Hier werden die Kunstwerke der Kinder für die Magnetwand an der Wand erstellt. Durch Bereitstellung von verschiedenen Materialien und Utensilien können die Kinder ihrem natürlichen frühkindlichen Gestaltungsdrang nachgehen und so optimal gefördert werden.

Eine große Matratze lädt als Rückzugsort ein, um Ruhe zu finden, dieser kann jederzeit von den Kindern genutzt werden. Dieser Rückzugsort wird erfahrungsgemäß gerne mit dem jeweiligen Lieblingsbuch zum Ausruhen angenommen. In der Mitte des Raumes ist viel Platz, um den Kindern einen Bewegungsfreiraum zu schaffen. Dieser Raum wird immer wieder umgestaltet, um den Kindern neue Anreize zum Spielen zu bieten und auch altersgerechte Spielsachen anzubieten. Insgesamt ist der Raum reizarm eingerichtet, damit gerade auch in der Anfangszeit keine Überforderung stattfindet. Gleichzeitig hat das Kind genug Freiraum um zu beobachten, sich zu entspannen, zu träumen und sich zurück zu ziehen.

Vom Flur geradeaus gelangt man ins Schlafzimmer der Kinder. Dieser Raum kann abgedunkelt werden, ist ebenfalls reizarm gestaltet, und ist mit Kinderbetten altersgerecht ausgestattet. Zusätzlich befindet sich in dem Raum eine kleine Couch. Jedes Kind bekommt von Anfang an sein eigenes Bett. Da viele Kinder es gewöhnt sind mit Körpernähe einzuschlafen, wird mit der Couch eine gemütliche Atmosphäre geschaffen, und dem Kind die Möglichkeit gegeben bestmöglich in den Schlaf begleitet zu werden. Dies fördert außerdem die Bindung zur Kindertagespflegeperson. Im Badezimmer befindet sich ein separater Wickelbereich. Dieser Wickelraum bietet die Möglichkeit, die Intim- und Privatsphäre des einzelnen Kindes zu wahren. Die fürsorglichen und liebevollen Zuwendungen, wie Blickkontakt und das Gespräch während des Wickelns stärkt die positive Beziehung zu uns als Kindertagespflegeperson. Für jedes Kind steht dort eine Box bereit. Diese Box enthält die mitgebrachten Wickelutensilien jedes Kindes, und kann so auch auf die Gewohnheiten von zu Hause angepasst werden. Auf der Box findet sich erneut das Symbol des jeweiligen Kindes.

Der Außenbereich kann durch die Kinder als Spiel- und Erlebnisbereich zu jeder Jahreszeit erobert werden, dabei werden die Kinder natürlich jederzeit von uns beaufsichtigt und begleitet.

Unsere Räumlichkeiten, sowie der Garten wurden von der Fachberatung des Jugendamtes Wesel hinsichtlich der Sicherheit für Kinder geprüft, und mit Erhalt der Pflegeerlaubnis freigegeben.



Unsere Betreuungszeiten

Wir bieten eine Betreuung zwischen 7:30 Uhr und 14:30 Uhr von Montag bis Donnerstag im Alter von 12 Monaten bis 3 Jahren an. Dies ergibt eine Stundenzahl von 28 Stunden.

Als 2 Kindertagespflegepersonen bilden wir zusammen eine Großtagespflege, in der bis zu 9 Kinder gleichzeitig betreut werden dürfen.

Urlaub/Krankheit/Vertretung

Wir haben feste Tage Urlaub im Jahr. Diesen Urlaub geben wir immer rechtzeitig im Oktober für das nächste Jahr schriftlich bekannt, sodass auch Sie als Eltern planen können. Da wir schulpflichtige Kinder haben, findet unser Urlaub meist in den Schulferien statt.

In einer Gruppe von Kindern kann es immer wieder dazu kommen, dass sich Krankheiten verbreiten. Über Erkrankungen des Kindes möchten wir frühzeitig informiert werden, ebenso informieren wir die Eltern, wenn andere Kinder der Gruppe erkrankt sind. Grundsätzlich gilt: Kranke Kinder gehören nach Hause zu ihren Eltern und nicht in die Kindertagespflege. Wir halten uns dabei an die „Wiederzulassungstabelle für Gemeinschaftseinrichtungen vom Robert-Koch-Institut“, welche die sie als Eltern zusammen mit dem Betreuungsvertrag ausgehändigt bekommen. Gerade bei kleineren Kindern ist die Ansteckungsgefahr sehr hoch. Wenn ein krankes Kind gebracht wird, muss man immer bedenken, dass wir uns als Kindertagespflegeperson anstecken können, und somit die Betreuung der kompletten Gruppe ausfällt. Sollte das Kind während der Betreuung krank werden, werden die Eltern umgehend informiert, sodass das Kind abgeholt werden kann. Daher ist es wichtig, ein soziales Netzwerk aufzubauen, auf das man zurück greifen kann, wenn man trotzdem arbeiten muss, da ein krankes Kind erfahrungsgemäß sehr viel Aufmerksamkeit braucht, und es für uns schwierig ist, in der Betreuungszeit sich nur um ein Kind zu kümmern.

Vertretungsregelung

Bei kurzfristiger Erkrankung oder Ausfall, besteht die Möglichkeit, auf eine Kindertagespflegeperson, die vom Jugendamt Kreis Wesel als „Springer“ eingetragen ist, zurückzugreifen. Bei anhaltendem Ausfall besteht die Möglichkeit eine Vertretungstagespflegeperson über das Jugendamt zu organisieren. Man muss aber immer bedenken, dass die Kindertagespflegeperson, die als Springer eingesetzt ist, für die Kinder zunächst eine fremde Person ist. Nicht jedes Kind lässt sich sofort und kurzfristig von einer unbekannten Person betreuen. Wir empfehlen den Eltern, daher immer kurzfristig eine Betreuung sicherstellen zu können, da Erkrankungen leider nicht planbar sind.



Tagesablauf

7:30-8:30 Uhr

Bringzeit

8:30-9:00 Uhr

Frühstückszeit

9:00-12:00 Uhr

Spielzeit, Außenaktivitäten

12:00-12:30 Uhr

Mittagessen

12:30–14:30 Uhr

Mittagsschlaf danach Spielzeit


Unser Bild vom Kind

Jedes Kind ist einmalig, so bunt und vielfältig wie das Leben,

so kunterbunt wie die Natur in jeder Jahreszeit, so facettenreich

ist jedes Kind in seiner Entwicklung.

(Jean Piaget)


Eine liebevolle Betreuung, sowie einen sicheren Start des Kindes in unserer Kindertagespflege steht für uns an erster Stelle. Wir möchten, dass das Kind sich bei uns wohl fühlt, und gerne zu uns kommt. Dabei ist es wichtig, dass eine gute Bindung zwischen uns als Kindertagespflegepersonen und dem Kind entsteht, denn Vertrauen führt zu Sicherheit. Auch wenn jedes Kind einer Kindertagespflegeperson vertraglich zugeordnet ist, sehen wir uns als eine Gemeinschaft, und als Ansprechpartner für all unsere Tageskinder. Wir möchten als eine Gruppe zusammenwachsen, indem sich Freundschaften von ganz alleine entwickeln.

Dem Kind auf Augenhöhe zu begegnen und seine Interessen zu vertreten hat oberste Priorität. Kinder sind Forscher und Entdecker ihrer Umwelt, und die natürliche kindliche Neugier dient dabei als Grundlage der Entwicklung. Jedes Kind ist einzigartig und besonders. Ein Kind benötigt genügend Freiraum um seine Persönlichkeit zu entfalten, gleichzeitig aber auch immer ein Raum der Geborgenheit.

Wir trauen den Kindern etwas zu und nehmen dabei aber auch Rücksicht auf Ängste und Gefühle.

Achtung, Wertschätzung, Empathie und Respekt sind ebenfalls sehr wichtige Punkte in der Zusammenarbeit mit unseren Tagespflegekindern. Kinder sind sensibel und sie sind auf eine liebevolle Zuwendung, Anerkennung und Wertschätzung durch uns angewiesen.

Das Kind als eigenständiges Individuum zu sehen, welches seine eigene Geschwindigkeit in seiner Entwicklung zeigt, ist für uns eine Grundvoraussetzung. Jedes Kind bringt dabei seine eigene Geschichte mit, die es gilt zu beachten. Kein Kind muss etwas können, sondern kann etwas können, denn jedes Kind ist sein Experte für die eigenen Bedürfnisse, dabei wird es von uns immer wieder ermutigt neue Dinge auszuprobieren. Wichtig ist auch, alle Kinder haben ein Recht auf die eigene Meinung – und jede Meinung zählt.

Pädagogische Haltung/Pädagogische Vorstellungen, Schwerpunkte/Besonderheiten

An erster Stelle steht für uns ein intensiver Beziehungsaufbau zu den Kindern, und wir möchten dem Kind eine schöne und unbeschwerte Zeit bei uns in der Kindertagespflege ermöglichen. Kompetenzen wie Empathie, Akzeptanz, aber auch Transparenz sind für diese Haltung eine Grundvoraussetzung. Unser Ziel ist es die Perspektive der Kinder zu verstehen.

Empathie bedeutet für uns, die Gefühle der Kinder zu erkennen, aber auch zuordnen zu können, ohne bewertend dabei zu sein.

Akzeptanz heißt, dass wir das Kind mit allen Stärken aber auch Schwächen annehmen. Auch hier wird dies nicht bewertet, und man spricht von einer bedingungslosen Wertschätzung. Dazu gehört auch die Offenheit gegenüber den Kindern, und sich immer wieder auf etwas Neues mit den Kindern einzulassen.

Transparenz heißt ,dass etwas von innen sichtbar ist. Dies ist uns gerade in der Zusammenarbeit mit den Eltern sehr wichtig, denn sie sollen erfahren, was bei uns in der Kindertagespflege geschieht. Ohne Transparenz kann kein Vertrauensverhältnis untereinander entstehen.

Partizipation ist ein sehr wichtiger Schwerpunkt in unserer Kindertagespflege, und dementsprechend ist unsere pädagogische Haltung ausgerichtet. Dies bedeutet für uns ein Teil des Ganzen zu sein, sich selbstbestimmt und selbst wirksam zu erleben. Wir möchten, dass sich jedes Kind als wichtig in der Kindertagespflege fühlt und das die Stimme jedes unserer Tagespflegekinder gehört wird. Denn nur ein Kind, dessen Wünsche und Interesse ernst genommen werden, kann sich als eigenständiges Mitglied einer Gemeinschaft erleben. Partizipation lässt sich in jede Alltagssituation mit einbeziehen. Wir möchten mit dem Kind auf Entdeckungsreise gehen, indem wir immer wieder neue Sachen zusammen erkunden oder erleben, und wir es zu neuen Fähigkeiten anleiten. Dabei ist Selbstbestimmung wichtig, um die persönlichen Wünsche und Interessen aufzeigen zu können. Diese neu erlernten Fähigkeiten führen dann zu neuem Selbstbewusstsein und auch Selbstvertrauen. Jedes Kind zeigt erfahrungsgemäß andere Bedürfnisse an uns als Kindertagespflegepersonen, und diese heißt es für uns zu erkennen, zu verstehen und darauf einzugehen. Denn nur ein Kind, was sich bei uns wohl fühlt, kann eine Bindung zu uns aufbauen.


Unsere Ziele sind:

  • Selbstbewusstsein stärken

  • eine liebevolle Atmosphäre schaffen

  • Förderung der Selbstständigkeit

  • Förderung der sozialen Kompetenzen

  • Förderung der Motorik

  • Sprachförderung

  • Rituale und Gewohnheiten integrieren

  • Bedürfnisse wahrnehmen und berücksichtigen


Bildungsauftrag

Bildung ist ein lebenslanger Prozess, der meist alltäglich und in jedem Alter statt findet, und Kinder haben ein Recht auf Bildung. Jedes Kind bringt Begabung, Talente und Interessen mit, die wir entdecken, fördern und herausfordern möchten. Da wir viel Zeit mit ihrem Kind verbringen, ist es uns wichtig dies zu fördern. Dabei sollte die Bildung auf das Kind angepasst werden. Dazu zählt die eigene Entwicklung des Kindes, sowie auch die Interessen. Bildung in der Kindertagespflege lässt sich in 10 Bereiche einteilen, und bietet somit die Möglichkeit den Bildungsprozess zu kategorisieren. In der Praxis kommt es häufig vor, dass sich einzelne Bildungsbereiche miteinander verschmelzen. Wie bereits oben beschrieben, ist Partizipation ein Schwerpunkt unserer Arbeit. Dieser lässt sich von uns in alle Bildungsbereiche integrieren.

Praktische Umsetzung der 10 Bildungsbereiche

  • Bewegung

    Der Schwerpunkt unserer pädagogischen Arbeit in unserer Kindertagespflege liegt auf der Bewegungserziehung. Bewegung fördert die körperliche und geistige Entwicklung. Kinder erforschen und begreifen ihre Umwelt durch Bewegung. Zusätzlich fördert Bewegung Sinneserfahrungen, Ausdrucksmöglichkeiten von Gefühlen, ein soziales Miteinander, Kommunikation und Lebensfreude. Außerdem ist es wissenschaftlich nachgewiesen, dass Bildung Bewegung braucht, und somit eine erhöht Bildungschance ermöglicht wird, denn Bewegung fördert die Durchblutung des Gehirns. Vor allem fördert die Bewegung in der Gruppe die Resilienz des Kindes. Dies ist die Fähigkeit mit Misserfolgen oder Belastungssituationen besser zurecht zu kommen, und macht sie stark für verschiedene Lebenssituationen. Die Kinder lernen ihren Körper einzuschätzen, Gefahren zu erkennen und ihren Erfahrungsschatz zu erweitern. Das bietet den Kindern zusätzlichen Schutz und Sicherheit im Alltag. Bewegung regt den Stoffwechsel an, die Festigung von Knochen und die Entwicklung von Muskeln oder Organen. Ohne Bewegung können sich Kinder nicht zu einem selbstständigen und gesunden Erwachsenen entwickeln. Das Erlernen der Grobmotorik ist eine Voraussetzung für das Erlernen der Feinmotorik. Die Grobmotorik schließt dabei die Bewegungskoordination des gesamten Körpers ein. Gerade in den ersten Lebensjahren erlernt und trainiert das Kind die allgemein notwendigen Bewegungsfertigkeiten wie z.B. krabbeln, laufen, springen. Wie oben geschrieben sind diese basismotorischen Bewegungen essentiell für die Entwicklung der Feinmotorik. Bei der Grobmotorik werden hauptsächlich die Koordination von Armen und Beinen geübt, bei der Feinmotorik Hände, Finger, Füße, Zehen und das Gesicht. Eine gut ausgeprägte Feinmotorik fördert somit nicht nur die Bewegung insgesamt, sondern auch andere Entwicklungsbereiche wie die Sprache.

    Wie fördern wir die Bewegung ?

    • mit Bewegungspielzeug wie z.B. das Pickler Dreieck oder Stapelsteine

    • Tanzen zu Musik oder von uns gesungenen Liedern

    • Fingerspiele

    • regelmäßige Spaziergänge in der Natur

    • regelmäßige Besuche auf dem Spielplatz

    • Turnstunde 1x wöchentlich

    • Aufbau von Bewegungsbaustellen oder Bewegungslandschaften

    • Angebote mit verschieden Materialien (Knete, Sand)

    • Nutzung unseres Außengeländes

    • Förderung der Feinmotorik z.B. durch basteln und malen

    • puzzeln

Dies sind lediglich ein paar Beispiele an Möglichkeiten, die sich uns bieten.

  • Sprache und Kommunikation

    Jeder Mensch ist auf Kommunikation angewiesen, um sich sozial entwickeln zu können, und Kommunikation begleitet uns den ganzen Tag. Wir Menschen kommunizieren von Geburt an durch Laute, Mimik oder Körpersprache. Direkt vom ersten Tag in der Kindertagespflege beginnen wir mit der Förderung, indem wir viel mit dem Kind sprechen oder spielerisch z.B. durch singen. Wir schauen uns Bücher an, benennen jede Handlung, oder lassen uns von Erlebtem erzählen. Dabei spielt der Blickkontakt zu dem Kind eine große Rolle. Wir möchten die Sprachfreude und das Sprachverständnis wecken, und somit den Ausbau von Lautbildung, Wortschatz und Satzbau fördern. Kommunikation findet oft alltäglich und gerade bei den kleineren Kindern durch Nachahmung statt. Neben dem Reden, ist aber das Zuhören sehr wichtig.

  • Musisch-ästhetische Bildung

    Dieser Bereich umfasst in der Kindertagespflege malen, basteln, singen und kreativ sein, aber auch das freie Spiel gehört hierzu.

    Das wichtigste Instrument ist hier die eigene Stimme, die es mit Freude gilt zu entdecken. Die Kinder können den Umgang mit verschiedenen Materialien kennenlernen, und auch das Musizieren mit Instrumenten jeder Art gehört dazu. Dieser Bereich kann besonders gut mit dem Bildungsbereich Bewegung kombiniert werden.

  • Mathematische Bildung

    Nicht erst in der Schule wird Mathematik spannend für Kinder. Bereits im jungen Alter kann man den Kindern mit Abzählreimen die Freude an Zahlen zeigen. Durch klettern lernen die Kinder räumliches Denken. Hierzu gehören auch Größen und Formen kennenzulernen. Die Kinder entwickeln somit ein Gefühl für Zahlen und das Grundverständnis für Mathematik.

  • Ökologische Bildung

    Dieser Schwerpunkt zeigt den achtsamen Umgang mit der Umwelt (Pflanzen, Menschen und Tieren). Wir Erwachsene dienen dabei als Vorbildfunktion was z.B. die Mülltrennung angeht. Durch Spaziergänge in der Natur nehmen wir die Jahreszeiten wahr, und was damit einhergeht. Das witterungsunabhängige Aufhalten im Freien, bei welchen die Kinder die heimischen Pflanzen und Tiere als etwas Wertvolles und Schützenwertes kennenlernen, gehört ebenfalls zu unserer pädagogischen Arbeit. Erfahrungsgemäß sammeln Kinder leidenschaftlich gerne Stöcker, Blätter, Eicheln, Steine, Kastanien etc. Das Kreativsein mit diesen Naturmaterialien lässt sich dann wieder mit anderen Bildungsbereichen verbinden.

  • Körper, Gesundheit und Ernährung

    Eine ausgewogene Ernährung ist für die Entwicklung des Kindes besonders wichtig.Neben dem Verständnis, dass eine gute Ernährung grundlegend für das eigene Wohlbefinden ist, ist der richtige Umgang mit den Lebensmitteln hierbei genauso erwähnenswert. Je nach Alter erhalten sie hier von uns die Möglichkeit das Essen selber zuzubereiten.

    Durch die Wahrnehmung des eigenen Körpers entwickeln Kinder ein Bild von sich selbst. Je mehr Raum dem Kind gegeben wird, z.B. Sinneserfahrungen zu machen, desto mehr Selbstwirksamkeit erfährt das Kind.

    In unseren Alltag lassen wir die Sauberkeitserziehung immer mit einfließen. Dazu gehört nicht nur das Trocken werden, sondern auch das Händewaschen vor und nach dem Essen, sowie nach dem Toilettengang oder nach dem Spielen draußen.

    Das Trocken werden beginnen wir nach Absprache mit den Eltern und der Bereitschaft des Kindes. Sie ist in erster Linie eine Aufgabe der Eltern, in der wir unterstützend tätig sind. Daher ist gerade dann eine enge Zusammenarbeit zwischen den Eltern und uns nötig. Nur wenn dieses miteinander konform läuft, kann ein sanftes Entwöhnen der Windel für die Kinder gelingen. Die Sauberkeitserziehung ist nicht nur ein Prozess zur Hygiene, sondern wird begleitet von Sprachförderung, Sinnesförderung und der Anleitung zur Selbstständigkeit.

  • Soziale und (inter-) kulturelle Bildung

    Soziale Bindungen entstehen durch einen wertschätzenden, toleranten und offenen Umgang mit unseren Mitmenschen und auch anderen Kulturen. Den Kindern wird hier die Vielfalt verschiedener Kulturen näher gebracht. Das Kind kann ein offenes Weltbild entwickeln, sodass Freundschaften und Gemeinschaften entstehen können.

  • Religion und Ethik

    Hier lernen Kinder die Vielfalt verschiedener Religionen und Kulturen und die Welt als „Ganzes“ zu erschließen. Wir feiern bei uns in der Kindestagspflege christliche Feste, singen und basteln dazu.

  • Naturwissenschaftlich-technische Bildung

    Kinder experimentieren und forschen ständig. Hier bekommen die Kinder Gelegenheit selbstständig zu forschen oder mit unserer Hilfe.

    Sie haben die Möglichkeit den Zusammenhang zwischen verschieden Dingen und ihrem Tun zu erkennen, sehr beliebt ist dabei die Kombination aus Wasser und Sand. Dies lässt sich vor allem in der Natur durchführen.

  • Medien

    Medien sind heutzutage eine wesentlicher Bestandteil in unserem Leben. In der Kindertagespflege nutzen wir Bücher, Musik aber auch Fotos. Medien bedeuten nicht immer nur Konsum, sondern auch Interaktion, Partizipation und Eigenaktivität. Digitale Medien sind laut unserer Ansicht in einer Kindertagespflege nicht notwendig.



Beobachtung und Dokumentation

Beobachtung hat in der Kindertagespflege einen hohen Stellenwert. Die meisten Kinder lernen durch Beobachtung und Nachahmung, aktiv an der Umwelt teilzunehmen. Aber auch für uns ist die Beobachtung jedes einzelnen Kindes sehr wichtig, um eine Entwicklungsbegleitung durchführen zu können. Das Kinderbildungsgesetz, sowie die Bildungsvereinbarung NRW besagen, dass die Entwicklung des Kindes regelmäßig beobachtet und dokumentiert werden sollen. Im Alltag findet häufig die freie Beobachtung statt, dabei ist es wichtig dem Kind wertfrei gegenüber zu stehen. Zusätzlich haben wir in der Großtagespflege die Möglichkeit uns miteinander zu besprechen, um verschiedene Sichtpunkte wahrzunehmen.

Wir dokumentieren die Entwicklung des Kindes zusätzlich alle 6 Monate, in der sogenannten „Bildungsschnecke“ und führen dann ein Entwicklungsgespräch mit den Eltern. Die Bildungsschnecke ist ein standardisiertes Verfahren und lässt zusätzlich noch einen Vergleich mit gleichaltrigen Kindern zu. Es besteht die Möglichkeit den Eltern die Ergebnisse mitzugeben, um diese im Kindergarten vorzuzeigen. Die Bildungsschnecke besteht aus verschieden Kompetenzbereichen mit den einzelnen Entwicklungsschritten.

Diese Bereiche sind:

  • Denken

  • Hören, Sehen, Verstehen

  • Sprechen

  • Bewegung, Geschicklichkeit

  • Körperkontrolle

  • Emotionalität, Soziales Miteinander

Außerdem erhält jedes Kind ein Portfolio, wo wir gemalte Bilder oder Basteleien des Kindes aufbewahren. Mit dem schriftlichen Einverständnis der Eltern würden wir auch Fotos hinzufügen, sodass die Eltern den Alltag in unserer Kindertagespflege miterleben können. So wird der Entwicklungsweg des Kindes mit allen Fähigkeiten, Besonderheiten und Meilensteinen nachvollziehbar festgehalten.


Kinderschutz nach §8a

§8a konkretisiert den im Grundgesetz verankerten Schutzauftrag und regelt die prinzipiellen Verfahrensschritte des Jugendamtes beim Bekanntwerden einer (möglichen) Kindeswohlgefährdung. Die konkrete Umsetzung des Verfahrens obliegt den Jugendämtern.

Wir verpflichten uns mit diesem Paragraphen, jede Art von Kindeswohlgefährdung dem Jugendamt sofort zu melden.


Kinderrechte

Kinder haben Rechte ! Im Jahr 1989 wurden die Kinderrechte verabschiedet. Der Weltkindertag am 20.September jedes Jahres, soll auf die besonderen Rechte der Kinder hinweisen. Insgesamt gibt es 10 Kinderrechte.



Tages-/Wochenablauf mit den Kindern (Rituale und Strukturen)


Ein Tag bei den Dorfkindern

Unser Alltag ist ihre Kindheit

Die Bringzeit liegt zwischen 7:30 und 8:30 Uhr. Nachdem alle Kinder da sind, starten wir den Tag mit einem gemeinsamen Frühstück, das wir schon vorbereitet haben. Zusammen decken wir den Tisch ein und waschen uns die Hände. Bevor wir anfangen zu frühstücken, sprechen wir noch einen Tischspruch.

Jedes Kind kann sich hier die Zeit nehmen um in Ruhe zu essen und Spaß am Essen zu entwickeln. Nachdem das Frühstück beendet ist, gehen wir entweder nach draußen, je nach Wetterlage oder spielen drinnen. Aktivitäten an der frischen Luft stehen bei uns jedoch an erster Stelle. Auch das Spielen im Regen kann mit der passenden Kleidung, Spaß bereiten. Dabei besuchen wir den Wald, den Wochenmarkt, den Bauernhof oder Spielplätze. Häufig treffen wir uns auch mit anderen Kindertagespflegepersonen und verbringen dann zusammen Zeit miteinander.

Wir singen, basteln und dekorieren regelmäßig, passend zu den Feiertagen oder Jahreszeiten, sodass sich für die Kinder immer wieder neue Entdeckungen und Lernschwerpunkte zeigen. Wir lassen den Kindern, aber auch immer wieder Zeit zum Freispiel.

Um ca. 12 Uhr essen die Kinder wieder alle zusammen am Tisch mit einem Tischspruch zu Mittag.

Danach findet der Mittagsschlaf statt. Die Kinder werden gewickelt und in bequeme Kleidung umgezogen. Das Wickeln findet natürlich sonst auch immer bei Bedarf statt. Beim Wickeln ist es wichtig, jede Handlung sprachlich zu begleiten, sodass das Kind Vertrauen fassen kann. Sollte ein Kind keinen Mittagsschlaf mehr machen, ist dies auch in Ordnung. Trotzdem versuchen wir eine kurze Ruhezeit, zum Beispiel mit Vorlesen oder einem ruhigen Spiel zu schaffen. Nach dem Mittagsschlaf spielen wir bis zum Abholen der Eltern. Uns ist es wichtig immer wiederkehrende Strukturen und Rituale zu schaffen, denn dies bringt den Kindern Sicherheit und Vertrauen. Rituale geben den Kindern das Gefühl etwas zu kennen und mitwirken zu können.

Dieser Tagesablauf ist lediglich exemplarisch und wird natürlich auf die Bedürfnisse oder die Wünsche der Kinder immer wieder angepasst.



Spiel/Freispiel/Projekte/thematische Angebote

Für das Spielen der Kinder gibt es keine genaue Definition, da dies jeder Mensch anders wahr nimmt. Durch das Spielen lernen die Kinder die verschiedensten Kompetenzen wie z.B. Sprache, Emotionen aber auch das Sozialverhalten. Man kann das Spielen selber in verschiedene Kategorien einordnen, wie das Rollenspiel, das Symbolspiel, Konstruktionsspiel, dem Funktionsspiel und das Freispiel. Das Freispiel ist gerade in dem Alter unserer zu betreuenden Kinder sehr wichtig. Die Kinder können dabei ihrer Fantasie freien Lauf lassen, aber auch lernen selbst bestimmend zu handeln, indem sie entscheiden, wie lange, und womit sie spielen. Gerade im Freispiel können sich die Kinder individuell ausprobieren. Für uns als Kindertagespflegeperson lässt sich während dieser Spielsituationen viel beobachten und die Entwicklung der Kinder verfolgen.

Projekte oder thematische Angebote richten wir nach den Bedürfnissen und Interessen der Kinder. Erfahrungsgemäß lässt sich dies immer sehr gut mit den Jahreszeiten verbinden. Einfache Bastelangebote passend zur derzeitigen Jahreszeit oder Feiertagen findet man bei uns an einer Magnettafel im großen Spielraum. Dort werden die Kunstwerke der Kinder aufgehangen und immer wieder zusammen bestaunt. Ebenfalls werden bei uns die christlichen Feiertage thematisiert und die Kindertagespflege dementsprechend dekoriert.


Eingewöhnung/Übergänge

Als erstes möchten wir hier erwähnen, dass jedes Kind individuell auf die Eingewöhnung reagiert, und es kein Patentrezept dazu gibt. Die Eingewöhnung ist eine sehr sensible Zeit, die eine ganz neue Herausforderung für das Kind und vor allem auch der Eltern ist. Die Eingewöhnung findet sanft und auf die Bedürfnisse des Kindes gerichtet statt. Die Vertrauensgewinnung des Kindes, steht an erster Stelle und das Kind soll mit Freude in unsere Tagespflege kommen. Wir möchten eine Beziehung zu dem Kind aufbauen und ihm die Trennung zu seinen Bezugspersonen erleichtern. Es gibt verschiedene Modelle zur Eingewöhnung. Wir haben entschieden uns an dem Berliner Modell zu orientieren.

Die Eingewöhnung beginnen wir mit einem ausführlichen Aufnahmegespräch mit den Eltern. Da geht es zunächst um allgemeine Gewohnheiten des Kindes, wie z.B. Schlaf oder Spielgewohnheiten. Danach lässt sich das Berliner Modell in verschiedene Phasen einteilen:

  • Grundphase: Die Eltern bleiben mit im Raum, bieten dem Kind Sicherheit und Schutz. Wir werden immer wieder versuchen, ohne Zwang, Kontakt mit dem Kind aufzunehmen. Die Bezugsperson sollte nach Möglichkeit dabei passiv sein, damit zwischen dem Kind und uns eine Vertrauensbasis entstehen kann. Diese Phase nimmt ca. 3 Tage in Anspruch

  • Stabilisierungs- und Trennungsphase: In dieser Phase sind die Eltern anwesend, versuchen sich aber weitestgehend zurück zu halten. Solange uns das Kind akzeptiert, übernehmen wir nun Hilfestellungen oder Spieleinheiten. Sollte dies gelingen, beginnt nun die Phase wo die Eltern den Raum verlassen, aber jederzeit für das Kind zurückgeholt werden können, sollte es sich nicht wohlfühlen. Hier entscheidet nun die Reaktion des Kindes auf die Trennung, wie lange die Eingewöhnungsphase dauert. Im Idealfall kann dies 6 Tage in Anspruch nehmen, aber auch 2-3 Wochen sind vollkommen in Ordnung.

  • Schlussphase: Nun sind erste Vertrautheiten zwischen dem Kind und uns sichtbar. Es kann sein, dass das Kind immer noch weint, wenn die Eltern gehen. Wichtig ist nun, dass das Kind sich schnell trösten lässt. In dieser Phase können die Eltern die Kindertagespflege verlassen, sollten aber immer erreichbar sein.

Um dem Kind Sicherheit und Schutz, uns als Kindertagespflegepersonen aufzuzeigen, halten wir Rituale und Gewohnheiten gerade am Anfang für sehr wichtig. Nachdem das Kind gut in der Kindertagespflege angekommen ist, kann man auch mal kleine Veränderungen zulassen. Schön ist aber immer wenn die Kinder ein sogenanntes Übergangsobjekt (wie z.B. ein Kuscheltier oder Schnuffeltuch) mitbringen. Dies bietet den Kindern noch zusätzlichen Schutz. Aber nicht nur für die Kinder ist dies ein neuer Prozess, sondern auch für die Eltern. Ein Prozess der Loslösung und des Vertrauens fassen. Ein besonderes Augenmerk ist daher auf die Eltern zu legen, da die Kinder noch sehr klein sind, und dies auch für die Eltern, ein großer Schritt ist, die Verantwortung für ihre Kinder abzugeben.


Abschiede/Übergänge

Wo es einen Anfang gibt, da gibt es auch ein Ende, dies ist in der Tagespflege nicht anders. Wie bei der Eingewöhnung ist der Abschied von der Kindertagespflege ein wichtiger Prozess, sowie für die Kinder als auch für die Eltern. Dabei ist immer von Vorteil das Thema mit dem Kind bereits schon vorher zu kommunizieren, und somit das Kind auf den neuen Lebensabschnitt vorzubereiten. Mit den Eltern wird der Zeitpunkt festgelegt, mit dem Kind, über das bevorstehende Ereignis zu sprechen. Bücher, passend zu dem Thema des Abschiedes wie z.B. Umzug oder Kindergarten lassen sich hier hervorragend integrieren. Dem Kind sollte eine positive Einstellung vermittelt werden um Ängste zu verringern, und die Vorfreude auf den neuen Lebensabschnitt zu fördern. Nicht nur das Kind, welches sich verabschiedet, sollte vorbereitet sein, sondern auch die anderen Kinder in der Gruppe. Das Verlassen der Gruppe heißt gleichzeitig, dass die Gruppendynamik wieder verändert wird.

Wir feiern mit jedem Kind am letzten Betreuungstag ein kleines Abschiedsfest zusammen mit den Eltern und den anderen Tageskindern, ganz nach den Wünschen des Kindes. Feiern mehrere Kinder den Abschied, wird dies mit den Eltern abgesprochen. Als Erinnerung an unsere gemeinsame Zeit bekommt jedes Kind eine kleine Mappe mit den gemalten Bildern, Basteleien und auch,wenn erlaubt, Fotos des Kindes.

Ernährung

Eine ausgewogene, frische und gesunde Ernährung ist gerade im Kindesalter sehr wichtig. Das Mittagessen wird uns täglich von einem Cateringunternehmen geliefert. Diese sind speziell auf die Auslieferung an Kindergärten oder Kindertagespflegen gerichtet. Das Essen ist abwechslungsreich und auch die Portionen sind den Kindern angepasst. Das Frühstück bereiten wir, bevor das Kind kommt, meist schon vor. Häufig gibt es Brot mit verschiedenen Aufstrichen, sowie Obst oder Gemüse, sodass sich das Kind etwas aussuchen kann. Zwischendurch bieten wir immer mal wieder ein Snack, wie Gemüse oder Obst, aber auch mal ein Brötchen vom Bäcker an. Bei Allergien, Unverträglichkeiten oder besonderen Wünschen, wird das Essen, nach unseren Möglichkeiten angepasst.

Zu jeder Tageszeit bieten wir den Kindern Wasser zum Trinken an. Alle Mahlzeiten werden gemeinsam am Tisch eingenommen, nachdem wir die Hände gewaschen haben. Wir finden es immer sehr schön, wenn die Kinder unbekannte Nahrung probieren, aber bei uns muss kein Kind aufessen, oder probieren, was es nicht mag. Je nach Alter, geben wir dem Kind die Möglichkeit sich die Getränke selber einzugießen, das Erlernen des Umgangs mit dem Besteck, oder seinen Platz selber einzudecken. Ziel ist es dabei die Selbstständigkeit des Kindes zu fördern.

Während des Essens können die Kinder sich beobachten und auch nachahmen, die anderen Kinder näher kennenlernen und mit ihnen in Kommunikation treten. Das Essen dient also nicht nur der Nahrungsaufnahme, sondern ist ein komplexes soziales Geschehen.

Die Kinder sollen Essen als gesunde und vollwertige Ernährung mit anderen Kindern erfahren. Dabei achten wir auf eine positive und ruhige Atmosphäre. Wir möchten den Kindern helfen unsere Esskultur zu erleben. Dazu gehören auch verschiedene altersentsprechende Tischsprüche, die das gemeinsame Essen eröffnen. Ebenso möchten wir den Kindern ein Regelwerk vermitteln. Hierbei erleben sie das gemeinschaftliche Miteinander und das Essen als eine bewusste genussvolle Handlung. Die Kinder werden dabei jederzeit von uns begleitet und bei Bedarf unterstützt. Wir bieten dem Kind durch kindgerechte Sitzmöglichkeiten, Kinderbesteck und Kinderteller, einen ersten Schritt in die Selbstständigkeit. Zu besonderen Situationen, wie z.B. zum Geburtstag des Kindes, darf es auch mal etwas Süßes wie ein Stück Kuchen sein. Dabei würden wir es schön finden, wenn Sie als Eltern uns kurz vorher darüber informieren.

Pflegesituationen/Begleitung des Kindes auf dem Weg der Ausscheidungsautonomie

Die Körperpflege des Kindes gehört bei uns ebenfalls mit zur Förderung. Dazu zählt das Händewaschen vor und nach dem Essen, nachdem wir draußen spielen waren, nach dem Toilettengang, sowie bei Bedarf.

Die Windel wird bei uns regelmäßig und zusätzlich nach Bedarf gewechselt. Dazu hat, wie bereits beschrieben, jedes Kind sein persönliches Wickelmaterial von zu Hause. Wir haben einen separaten Wickelbereich, um die Privat- und Intimsphäre des Kindes zu schützen.

Gerne unterstützen wir die Kinder dabei trocken zu werden. Dies geschieht nur nach Absprache der Eltern, sowie nach den Bedürfnissen des Kindes. Wir bieten ein Töpfchen oder eine Toilettensitzverkleinerung mit Treppe an, je nach Gewohnheiten des Kindes von zu Hause. Wichtig ist für uns, das diese Entwicklung nicht erzwungen wird, sondern vom Kind selbst gewollt ist. Für diesen Zeitraum, wäre es schön, wenn die Eltern, Kleidung anziehen, die schnell und einfach auszuziehen sind, wie z.B. Hosen mit Gummibund, sowie ausreichend Wechselkleidung.



Zusammenarbeit mit den Eltern/Erziehungspartnerschaft

Ein enger Kontakt mit den Eltern ist uns sehr wichtig, schließlich wird uns das Wichtigste anvertraut, und die Eltern sind die Experten für ihre Kinder. Daher sehen wir die Zusammenarbeit mit den Eltern, als eine Erziehungspartnerschaft, in der wir uns gegenseitig unterstützen. Ehrlichkeit und das Einhalten von Absprachen ist dabei sehr wichtig, aber auch ein wertschätzender Umgang miteinander. Gerade für einen reibungslosen Ablauf ist hervorzuheben, dass Zeiten und Termine eingehalten werden müssen.

Beim Bringen und Abholen ist immer Zeit für ein kurzes „Tür-und Angelgespräch“. Wie war die Nacht ? Hat das Kind schon was gegessen ? Gibt es Veränderungen ? Über wichtige Ereignisse in der Familie möchten wir auch gerne zeitnah informiert werden, um das Kind besser zu verstehen. Uns ist bewusst, dass gerade private Probleme wie z.B. eine anstehende Trennung oder körperliche/seelische Erkrankungen in der Familie nicht immer leicht sind anzusprechen. Unsere Verschwiegenheit können Sie dabei voraussetzen, und ist für uns selbstverständlich. Bei Bedarf nehmen wir uns auch gerne die Zeit für längere Elterngespräche. Eine offene Kommunikation ist ein wichtiger Aspekt in der Erziehungspartnerschaft, dazu zählt auch offene Kritik. Gerne können sich die Eltern mit Wünschen, Bedenken oder Kritik an uns wenden.

Für eine funktionierende Erziehungspartnerschaft gehört auch, dass die Eltern sich gut informiert fühlen. Transparenz ist daher sehr wichtig. Wir zeigen den Eltern durch Gespräche, aber auch z.B. durch das Portfolio eine Einsicht in unseren Alltag.


Kooperationen/Vernetzungen/Zusammenarbeit

Wir haben hier in Neukirchen-Vluyn eine gute Vernetzung zwischen Kindertagespflegepersonen. Wir treffen uns häufig auf Spielplätzen oder gehen gemeinsam spazieren. Dies schafft den Kindern auch nochmal weitere soziale Kontakte außerhalb der Großtagespflegegruppe. Gerade im Umgang mit langjährig tätigen Kolleginnen profitiert man von deren Erfahrungen. Somit besteht ein regelmäßiger Erfahrungsaustausch untereinander.

Wir stehen im regelmäßigen Kontakt mit unserem zuständigen Jugendamt Kreis Wesel und unserer Fachberatung. An die Fachberatung können sich auch die Eltern wenden. Die Fachberatung vom Kreis Wesel, besucht jedes Jahr unsere Großtagespflege um die Qualität unserer Arbeit sicher zu stellen.

Fortbildungen

Wie wir bereits erwähnt haben, ist das Lernen ein lebenslanger Prozess, daher lernen wir Erwachsene auch immer dazu. Fortbildungen sind in der Kindertagespflege nicht nur wichtig, sondern auch verpflichtend. Wir nehmen regelmäßig an den Fortbildungen des Kreis Wesels teil (z.B. alle 2 Jahre der 1. Hilfe Kurs am Kind), aber informieren uns auch stetig über neue pädagogische Ansätze, und hinterfragen unsere pädagogische Arbeit kritisch. Mindestens 5 Stunden Fortbildung im Jahr sind vom Jugendamt Kreis Wesel vorgeschrieben.



Datenschutz

Die von uns erhobenen Daten dienen ausschließlich der Verarbeitung und Nutzung innerhalb und während der Betreuung des Kindes in unserer Kindertagespflegeeinrichtung. Diese Daten werden zu keiner Zeit von Dritten eingesehen oder genutzt, und werden nach Ablauf der Betreuungszeit datenschutzkonform vernichtet, oder den Sorgeberechtigten ausgehändigt. Gleiches gilt für Fotos, falls die Sorgeberechtigten uns vorher zur Erstellung dieser, ihre Zustimmung erteilt haben.



Wir beide freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Ihnen und ihren Kindern,

auf tolle Momente,

schöne Erlebnisse,

vielseitige Erfahrungen und auf eine unvergessliche Zeit.